Auf dass keiner den Boden unter den Füßen verliert

Rektor Wolfgang Zehetmair steht am Rednerpult in der Mittelschulaula und hält das Brett eines Dielenbodens in die Höhe. „Wenn der Boden reden könnte…“, beginnt er seine Abschiedsworte, mit der er den Absolventen der Abschlussklassen 9a und 10m viele gute Wünsche für die Zukunft auf den Weg gibt. 19 Schülerinnen und Schüler der 10m haben den mittleren Bildungsabschluss geschafft, 26 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse den Quali. Die 9m-ler bleiben noch ein Jahr, erhalten an diesem Donnerstagabend aber bereits ihre Quali-Zeugnisse. Die 45 jungen Leute, deren Angehörige und die Ehrengäste erfahren von Zehetmair nicht nur, was der Boden der Aula über jeden einzelnen Abschlussschüler erzählen könnte, sondern auch, wie wichtig es ist, auf festem Boden zu stehen und damit eine solide Basis zu haben. Diese Basis fürs Leben, das wird auch in den weiteren Reden deutlich, hat die Mittelschule den Entlassschülern gegeben.

Wortgewandt zitiert Zehetmair eine Reihe von Sprichwörtern, die sich ums Thema „Boden“ drehen – und die allesamt Sinnbilder für die Schulabsolventen sind. So wünscht er unter anderem, dass keiner den Boden unter den Füßen verlieren möge. Auch den Spruch „Handwerk hat goldenen Boden“ bezieht er mit ein, hat dieser doch in puncto Berufswahl eine große Bedeutung. Eine Powerpoint-Präsentation mit passenden Bildern und Ratschlägen komplettiert Zehetmairs Ausführungen.

Zuvor hat auch Bürgermeister Jürgen Fundke eine Metapher für seine Glückwünsche gefunden. Zufällig sei der Entlasstag 18. Juli der „Tag der sauren Süßigkeiten“, weiß Fundke. So stelle sich nun Süßes und Saures – Frohsinn und zuckersüße Hochstimmung, Wehmut und Unsicherheit gleichzeitig ein. „Jetzt liegt es an euch, den richtigen Weg einzuschlagen“, sagt der Bürgermeister, auch wenn das „kein Zuckerschlecken“ werde. Er zeigt sich überzeugt, dass die Schule den richtigen Grundstock gesetzt hat. „Lasst euch nicht entmutigen, auch wenn das Leben euch manchmal Saures gibt“, ruft er den Jugendlichen zu.

Elternbeiratsvorsitzende Tanja Wallner hat einen „Rucksack guter Wünsche“ dabei und rät den Absolventen, sich erreichbare Ziele zu stecken. Für die Abschlussklasse 9a bedankt sich Vivienne Duschl bei Lehrern und Eltern. Liana Ruppel und Adrian Rouis von der 10m charakterisieren kurz mit Dankesworten ihre Lehrer und verteilen Geschenke.

Als Schülersprecherin der Mittelschule hebt Liana Ruppel die erfahrene Offenheit und den Respekt hervor. Persönlich habe sie in ihrem Amt sehr viel gelernt, zumal sie zusätzlich als Landkreisschülersprecherin große Unterstützung seitens der Mittelschule Bad Griesbach erhalten habe.

Mitbestimmen zu können, sei eine wertvolle Erfahrung. Die beiden Klassenlehrer, Maximilian Kastner von der 9a und Ursula Hein von der 10m, gehen humorvoll auf wichtige Ereignisse des vergangenen Schuljahrs ein, warten mit viel Lob für ihre Entlassschüler auf. „Es hat mir Freude gemacht, euch zu begleiten“, versichert Maximilian Kastner. Neun verschiedene Nationalitäten waren in der 9a vertreten und „es hat nie eine Rolle gespielt, welche Sprache daheim gesprochen wird“, erzählt er von einer starken Klassengemeinschaft. „Ich wünsche mir, dass ihr die Menschen weiter nach ihrem Charakter und ihrem Herzen beurteilt, nicht nach ihrer Herkunft“, spricht er die Emotionen aller Gäste gleichermaßen an. Ursula Hein hebt hervor, dass die Schüler im Lauf der letzten vier Jahre zu einer guten Klassengemeinschaft zusammengewachsen sind.

Musikalisch umrahmt wird der Abend von Trompeter Florian Wasner (9m) mit dem Triumphmarsch aus „Aida“, vom Grundschulchor sowie der Let-it-be-Interpretation der Abschlussschülerinnen Tanja Hinterdobler und Jasmin Schneider.

45 Schüler nehmen an diesem Abend ihre Zeugnisse entgegen. Eine besondere Ehrung wird den Jahrgangsbesten zuteil. Wie Rektor Zehetmair wissen lässt, werden aus Datenschutzgründen keine Notenschnitte mehr bekannt gegeben. Alle Entlassschüler wissen, wie der Weg in naher Zukunft weitergehen wird. Alle haben eine Lehrstelle bzw. werden weiterführende Schulen besuchen.

PNP v. 20.7.2019