Die Mittelschule Bad Griesbach verabschiedet ihre Absolventinnen und Absolventen in stimmungsvollem Rahmen im Kursaal – persönlicher Gottesdienst, Sektempfang, berührende Reden und ein festliches Miteinander.

Strahlender Sonnenschein begleitete die Absolventinnen und Absolventen der Mittelschule Bad Griesbach auf ihrem Weg zum festlich gestalteten Kursaal. In einer herzlichen und rundum gelungenen Atmosphäre ging für die Absolventinnen und Absolventen der Mittelschule Bad Griesbach am Donnerstagnachmittag ein prägender Lebensabschnitt zu Ende. Im geschmückten Kursaal der Stadt feierten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Familien, Lehrkräften sowie zahlreichen geladenen Ehrengästen – bei denen eines ganz klar im Mittelpunkt stand: Die wahren Ehrengäste des Abends waren die Absolventinnen und Absolventen selbst.

Der abwechslungsreiche und emotionale Nachmittag hatte mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen, den Klaus Huber in einfühlsamer und sehr persönlicher Weise gestaltete. Huber, der bislang an der Mittelschule das Fach katholische Religion unterrichtete und nach diesem Schuljahr in den verdienten Ruhestand geht, wurde von Schülern und Kollegen dankbar verabschiedet. Musikalisch getragen wurde die feierliche und stimmungsvolle Andacht vom Schülerchor der 3. und 4. Klassen unter der Leitung von Bianca Simmet und Claudia Härtl. Zum Ende des Gottesdienstes gab es für alle, die es wünschten, die Gelegenheit zu einem persönlichen Segen.

Der laue Sommerabend lud anschließenden zum Sektempfang und Gäste, Eltern, Lehrkräfte und Schulabgänger nutzten die Gelegenheit zum Austausch, ehe die offizielle Entlassfeier begann.

Konstantin Romanov aus der Klasse 5a eröffnete die Veranstaltung stimmungsvoll am Klavier mit dem Stück „Heimweh“ und setzte damit einen festlichen Auftakt.

Zur Feier begrüßte Rektor Wolfgang Zehetmair neben den Familien und Lehrkräften unter anderem den dritten Bürgermeister der Stadt Bad Griesbach, Werner Münichsdorfner, den ersten Bürgermeister von Haarbach, Josef Füllmeier, sowie Thomas Kohlbacher, dritter Bürgermeister von Fürstenzell. Ebenso waren die Elternbeiratsvorsitzende Sandra Moser, Vertreterinnen und Vertreter von Banken, der Jugendsozialarbeit und weiteren Einrichtungen anwesend.

In seiner Ansprache griff Rektor Zehetmair das Thema Künstliche Intelligenz auf. Mit der humorvollen Geschichte von einer KI, die statt einer Pizza mit extra Käse eine Brokkoli-Pizza bestellte, verdeutlichte er, dass technische Systeme zwar Informationen verarbeiten und Antworten liefern könnten, aber weder menschliche Erfahrungen noch Gefühle oder Urteilsvermögen ersetzen würden. Sein eindringlicher Appell an die Schulabgänger lautete daher: „Schaltet die Technik ruhig ein, um euch die Arbeit leichter zu machen. Aber schaltet niemals euer eigenes Gehirn aus.“ Gerade angesichts der rasanten Entwicklung von KI bleibe es entscheidend, Informationen kritisch zu prüfen, eigene Gedanken zu entwickeln und Verantwortung für den eigenen Lebensweg zu übernehmen. Ans Herz legte er den scheidenden Schülerinnen und Schülern immer daran zu denken, dass eine KI nur der Papagei sein kann, der Mensch aber der Dirigent.

Werner Münichsdorfner überbrachte als 3. Bürgermeister die Glückwünsche der Stadt Bad Griesbach. Er würdigte den erreichten Abschluss als bedeutenden Meilenstein und ermutigte die Jugendlichen, ihre Erfahrungen und Erinnerungen zu bewahren und den nun beginnenden Weg mit einer eigenen Geschichte zu füllen.

Auch Elternbeiratsvorsitzende Sandra Moser richtete Glückwünsche an die Absolventinnen und Absolventen. Sie dankte zugleich den Familien und Lehrkräften für ihre Begleitung und Unterstützung während der Schulzeit und wünschte den jungen Menschen für ihren weiteren Weg viel Glauben an sich selbst und das Vermögen, auch die kleinen Dinge genießen zu können.

Für die Klasse 9a blickte Klassenlehrerin Martina Pauker-Bangerl auf die vergangenen drei gemeinsamen Jahre zurück. In einem bildhaften Vergleich beschrieb sie die Klasse als „bunt zusammengewürfelte Mannschaft“ auf einem abenteuerlichen Segelschiff. Mit elf Nationen, unterschiedlichen Persönlichkeiten, Träumen und Erfahrungen habe die Gemeinschaft so manche Welle und manchen Sturm gemeistert. Sie erinnerte an gemeinsame Erlebnisse wie die Abschlussfahrt nach Wien, den Tanzkurs und die Klassenfrühstücke. Der wahre Schatz dieser Zeit sei nicht allein das Abschlusszeugnis, betonte Pauker-Bangerl, sondern auch Freundschaften, Erinnerungen, gemeinsames Lachen und die Erfahrung, zusammen viel bewältigen zu können. Für die Zukunft wünschte sie ihrer „Segelcrew“ Rückenwind, Mut und „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“.

Die Vertreter der neunten Klasse, Johannes Kramer und Olà Shote, erinnerten in ihrer Ansprache an die fünf Jahre an der Mittelschule. Besonders im Gedächtnis geblieben seien Ausflüge, gemeinsame Klassenerlebnisse und die eng zusammengewachsene Klassengemeinschaft. Ihr Dank galt den früheren und aktuellen Klassenleitungen, allen Lehrkräften sowie den Eltern und Familien, die die Jugendlichen auf ihrem Weg begleitet und unterstützt hatten.

Mit selbstkritischem Humor blickten die Schülersprecher der 10M, Daniel Wrede und Paul Ruppel, auf ihre beiden Jahre in der M-Klasse zurück. Sie räumten ein, dass ihre Klasse nicht immer einfach gewesen sei, hoben aber zugleich die vielen prägenden gemeinsamen Erfahrungen und unvergesslichen Erinnerungen hervor – darunter auch die Klassenfahrten nach Hamburg und Berlin. Trotz mancher Herausforderungen, Verweise und Konflikte sei es am Ende allen gelungen, den mittleren Schulabschluss zu erreichen. Ihren Dank richteten sie an die Lehrkräfte, Eltern und Familien.

Klassenleiterin Theresa Schätzl knüpfte daran an und bedankte sich bei Kollegium, Eltern, Hausmeistern, Reinigungskräften, pädagogischen Fachkräften und insbesondere bei der Jugendsozialarbeit für die Unterstützung. Zugleich stellte sie klar, dass neben den bisweilen auffälligen Episoden auch viele zuverlässige, hilfsbereite und engagierte Schülerinnen und Schüler zur Klasse gehörten. Sie hob jene hervor, die pünktlich und vorbereitet zum Unterricht erschienen, Verantwortung übernahmen und sich selbstständig um Versäumtes kümmerten. Konflikte gehörten zum Leben, sagte Schätzl, entscheidend sei jedoch, wie man mit ihnen umgehe: durch Einsicht, Respekt und die Bereitschaft, wieder zueinanderzufinden. Den Absolventinnen und Absolventen gratulierte sie herzlich – und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, sie selbst habe die zwei Jahre ebenfalls „geschafft“.

Musikalisch umrahmt und gestaltet wurde die Entlassfeier vom Chor der siebten und achten Jahrgangsstufe unter der Leitung von Lehrerin Maria Krämer. Mit ihren Beiträgen sorgten die Schülerinnen und Schüler für einen würdigen, festlichen und zugleich persönlichen Rahmen.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war das Überreichen der Abschlusszeugnisse an insgesamt 30 Absolventinnen und Absolventen und die Ehrung der jeweils drei besten Schülerinnen und Schüler. Besonders hervorgehoben für ihre Leistungen beim Qualifizierenden Abschluss wurden Johannes Krammer, Olá Shote und Victor Paun. Für die besten Ergebnisse der Prüfungen zum Mittleren Bildungsabschluss wurden Simon Maier, Karolin Jost und Lena Simmelbauer geehrt.

Zum gemeinsamen Abschluss erhoben sich alle Anwesenden und sangen die Bayernhymne. Mit den Zeugnissen in den Händen und vielen herzlichen guten Wünschen im Gepäck verabschiedeten sich die Absolventinnen und Absolventen schließlich von ihrer Mittelschulzeit. Sichtlich bewegt und voller Zuversicht blickten viele von ihnen bereits ihrem nächsten Lebensabschnitt entgegen. Für sie beginnt nun eine neue Zukunft – in Ausbildung, an weiterführenden Schulen oder auf anderen persönlichen Wegen.